Hier habe ich einen Artikel gefunden, der die wesentlichen Punkte der finnischen Schulreform zusammengefasst hat.

Finnland reformiert ab 2016 sein Schulsystem

Wo Finnland ist, ist vorn. Das hat lange Zeit für Pisa gegolten. Nun erfinden sich die Skandinavier neu. Sie entwickeln gerade Lehrpläne, die sich konsequent an Kompetenzen orientieren und Fächergrenzen überwinden. Was der Pisa-Musterschüler für die Schulreform plant.

Für die Reform, die ab Herbst 2016 umgesetzt wird, wurden nicht nur Lehrer befragt sondern auch 60.000 Schüler. Viele Lehrer waren skeptisch gegenüber den Plänen aus Helsinki. Die finnische Schulmanagerin Marjo Kyllönen begründete gegenüber der britischen Tageszeitung „Independent“ den radikalen Bruch mit den Konventionen so: „Wir müssen unser Bildungssystem dringend überdenken, so dass es unsere Kinder besser auf das Leben von morgen vorbereitet. Es gibt immer noch Schulen, die so unterrichten wie vor hundert Jahren.“ Das neue System wird bis 2020 erprobt, dann soll es landesweit etabliert werden.

Fächer
Anstelle von Fächern sollen bald nur noch Themengebiete, sogenannte „Phänomene“, unterrichtet werden. So können Schüler dann etwa Themenkomplexe wie „Cafeteria Service“ oder „Europäische Union“ wählen (s. Mitbestimmung), die dann Mischungen aus verschieden Fächern enthalten.

Frontalunterricht
Die Kinder sollen sich den Stoff künftig verstärkt in Arbeitsgruppen erarbeiten.

Ganzheitlichkeit
Der Lehrplan sieht sieben Kompetenzbereiche vor. Unter anderem: Kulturen kennenlernen, Beherrschen der Informationstechnologien, Fähigkeit, umfassend zu recherchieren, Arbeitswelt und Unternehmertum, Nachhaltigkeit. 

Klassenzimmer
Lernen soll Spaß machen. Dem kommt entgegen, dass die Schüler die Klassenzimmer häufiger verlassen und auf dem Land oder in der Stadt unterwegs sein werden.

Kompetenzen
Finnland denkt Schule künftig konsequent vom Lernprozess des Schülers her. Nicht mehr die Inhalte stehen im Mittelpunkt sondern Fähigkeiten (s. Fächer).

Mitbestimmung
Bisher haben die Lehrer fachbezogen unterrichtetund den Stoff vorgegeben. Jetzt sollen sie auch bei den Klassenarbeiten ihre Lernmedien freier wählen dürfen und ein Buch ebenso wie das Internet benutzen dürfen. Sogar bei der Benotung sollen sie in gewissem Maße mitreden dürfen.  

Schreibschrift
Statt Schreibschrift zu üben, sollen die Kinder Computertastaturen bedienen lernen. Wo keine Geräte zur Verfügung stehen, sollen die Schüler in Druckbuchstaben schreiben und sich nicht um das Verbinden der Buchstaben kümmern. Einige Lehrer plädieren dafür, weiterhin auch die Schreibschrift nutzen zu können. Dieser Punkt war unter Lehrern sehr umstritten.

Unterrichtsplanung
Die Lehrer planen ihre Stunden fortan im Team. Nach anfänglicher Skepsis sind bereits Dreiviertel von ihnen auf den neuen Ansatz vorbereitet worden.

Quelle:
cb -Der Artikel entstammt dem BLLV-Verbandsmagazin Bayerische Schule, Ausgabe 4/2015

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